Im Rahmen der Komplexarbeit der Bühnen- und Kostümschneider fertigen unsere Schüler der Werkakademie Leipzig traumhafte originalgetreue Kostüme an. Sie entstammen einem Zeitraum von 500 Jahren Modegeschichte. In aufwendiger Handarbeit kreieren die Auszubildenden unter der Anleitung von Schulleiterin und Gewandmeisterin Anja Becker-Geipel wunderschöne Modelle aus Gründerzeit, Biedermeier, Rokoko und Renaissance. Viele Ideen stammen aus den Büchern von Janet Arnold. Die Reihe „Patterns of Fashion“ bietet wertvolle Original-Schnittvorlagen mit Erläuterungen.

Kostüme aus der Komplexarbeit der Bühnen- und Kostümschneider

Der Fokus der Komplexarbeit lag im ersten Lehrjahr auf den Renaissance-Korsetten und im zweiten Lehrjahr bei den Halskrausen, auch Achterkrausen genannt. Die Korsette fertigten die angehenden Bühnen- und Kostümschneider nach einem Originalschnitt der Grabkleidung von Pfalzgräfin Dorothea Sabina von Neuburg an. Die Herstellung der kompletten Kostüme umfasste insgesamt 12 Wochen, die sich über zwei Lehrjahre erstreckten. Zu den Modellen gehören nicht nur Korsette, Röcke und Blusen, sondern auch historisch inspirierte Unterwäsche und Unterbauten.

Kleider aus berühmten deutschen Filmen

Die abgebildeten Kostüme stellten unsere Models in diesem Jahr im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens in Leipzig an Pfingsten vor. Ein Teil der Kleider entstammt dem Fundus von Gewandmeisterin Anja Becker-Geipel, wie das Hochzeitskleid von Schillers Frau aus „Die geliebten Schwestern“ in Gold oder das schöne Gründerzeitmodell  nach Schnittvorlagen aus dem Streifen „Paula“. Unser „Herr“ trägt ein Gewand aus dem Jahr 156?, der Hochzeit der spanischen Mode. Nachempfunden ist es dem Gemälde „The Tailor“ (Il Tagliapanni) von Giovanni Battista Moroni (1565-70). Unser Überraschungsgast in Schwarz war die Dragqueen Amy Devil. Sie bezauberte die Besucher mit einem selbst designten Kleid mit Elementen aus Gotik (die Höllenfenster an den Seiten) und Renaissance (Korsett).

Make-up und Hairstyles von den Maskenbildnern

Unsere angehenden Maskenbildner kreierten die passenden Hairstyles. Wichtig war ihnen hier auf die historischen Details zu achten, um einen authentischen Look zu schaffen. Dazu wurde aufwendig frisiert. Einige Models tragen von den Maskenbildnern selbst angefertigte Haarteile oder ganze Perücken. Um den Auftritt perfekt zu machen, fehlte nur noch das passende dezente Make-up. Und so waren unsere Maskenbildner für erstaunliche Verwandlungen verantwortlich. Wir freuen uns schon auf unser nächstes Event! Denn in der Zwischenzeit haben die Bühnen- und Kostümschneider schon wieder viele neue tolle Sachen geschneidert…

 

Bilder: Nadine Neugebauer