Sicher hast Du in letzter Zeit viel über die UN-Behindertenrechtskonvention und die Inklusion gehört. Da viele nicht wissen, was das eigentlich ist und was das bedeutet, verschaffen wir Dir heute einen kleinen Überblick. Ebenso gehen wir darauf ein, welchen wichtigen Anteil Heilerziehungspfleger an deren Umsetzung haben.

Die UN-Behindertenrechtskonvention schnell erklärt

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist ein Übereinkommen, dass die Rechte und Pflichten von Menschen mit Behinderungen in den Vereinten Nationen regelt. Sie ist nicht nur ein sehr wichtiger Meilenstein für Menschen mit Behinderung, sondern ebenso für die Gesellschaft, in der wir leben. Die Konvention besagt, dass Menschen mit Behinderung ein selbstverständliches, uneingeschränktes Recht auf Teilhabe haben.

Inklusion ist ein wichtiges Ziel

Das wichtigste Anliegen der UN-BRK ist die sogenannte „Inklusion“. Bei dieser geht es nicht um die Anpassung des Einzelnen, um an der Gesellschaft teilzuhaben. Vielmehr geht es darum, dass sich die Gesellschaft öffnet für eine selbstverständliche Integration. Wichtig ist, dass der Einzelne selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Die Menschen sollen erkennen, dass jeder Mensch mit seinen persönlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten ein wertvoller Teil der Gesellschaft ist. Das höhere Ziel ist, dass es zukünftig keine Unterscheidung mehr zwischen behindert und nichtbehindert geben wird. Die Konvention versucht seit 2008 durch verschiedene Maßnahmen einer Diskriminierung entgegenzuwirken, damit alle Menschen die gleichen Chancen erhalten und niemand ausgeschlossen wird. Heilerziehungspfleger sind maßgeblich an der Umsetzung der Konvention und die dadurch geforderte Inklusion beteiligt. Als Fachkraft fördern Sie rund um die Uhr die größtmögliche Selbsttätigkeit der Betroffenen und versuchen die besten Chancen für jeden einzelnen Menschen in Beruf, Wohnung und allen anderen wichtigen Lebensbereichen herauszuholen.

Rechte von Menschen mit Behinderung schützen

Bei der Konvention geht es darum, die Rechte von Menschen mit Behinderung zu schützen und ihnen geeignete Hilfen anzubieten, sei es bei der Fortbewegung, Bildung, in der Arbeitswelt sowie bei der Barrierefreiheit von Gebäuden. Wichtig ist ebenso, dass Kindern mit Behinderung der Zugang zu herkömmlichen Kindergärten und Schulen gewährleistet wird. Dies ist ein Bereich, in dem es in den letzten Jahren die meisten Veränderungen gab. Um diese Kinder erfolgreich zu inkludieren, reicht es allerdings nicht sie in eine normale Klasse einzubinden. Sie benötigen ausreichend Assistenz und Unterstützung. Diese erhalten sie in großem Umfang von Heilerziehungspflegern (HEP). Sie kommen bereits in vielen Kindertageseinrichtungen und Schulen zum Einsatz, vor allem wenn es um die konkrete Unterstützung einzelner Kinder mit besonderem Förderbedarf geht. Die Arbeit der HEPs ist so kostbar, da sie ganz speziell die Stärken jedes Kindes erkennen und durch gezielte Angebote mögliche Entwicklungsverzögerungen verhindern, verringern oder sogar beheben können.

Heilerziehungspfleger sind Experten für Inklusion

Bei einem Heilerziehungspfleger handelt es sich um eine Fachkraft der Sozialpsychiatrie und Behindertenhilfe. Sie kennt sich mit der Inklusion im sozialpädagogischen Bereich sehr gut aus. Zu ihren Aufgaben gehört die Assistenz, Beratung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung. Die Schwerpunkte liegen bei der Inklusion, Bildung, Pflege und Gesundheit. Der Heilerziehungspfleger optimiert die Teilhabe seines Schützlings im kulturellen und gesellschaftlichen Leben. HEPs arbeiten vor allem in integrativen Schulen und Kindergärten, Wohnheimen sowie in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Aber auch die Arbeit mit psychischen erkrankten Menschen bietet ein vielseitiges Arbeitsfeld für HEPs.

Heilerziehungspfleger werden gebraucht

Derzeit steigt die Zahl der Personen, die einer sozialpädagogischen Förderung bedürfen. Das gilt vor allem für Kinder. In Deutschland gibt es mehr als ein halbe Millionen betroffene Schüler. Dadurch steigt auch der Bedarf an geeignetem Fachpersonal, wofür der Heilerziehungspfleger als Fachkraft bestens geeignet ist. Mit seinem fundierten Wissen über verschiedene Krankheitsbilder und Entwicklungsverläufe aber auch der sensiblen und sehr einfühlsamen Grundhaltung kann er individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingehen. Mit einem gefüllten Werkzeugkoffer an Methoden und Angebotsideen ist er/ sie der perfekte Partner im integrativen und inklusiven Prozess.

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in Leipzig

Wenn Du im aktuellen inklusiven Prozess mitwirken möchtest und es dir wichtig ist, jedem Menschen und vor allem Kindern die gleichen Rechte in unserer Gesellschaft zu ermöglichen, dann bewirb dich jetzt…

Mehr Infos zur Ausbildung Heilerziehungspfleger erhältst Du auf der Homepage der Augsburger Lehmbaugruppe. Sie bietet in Leipzig die schulgeldfreie Ausbildung zum staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger an. Auf der Seite kannst Du Dich bei Interesse sofort bewerben. Unter der 0341 / 414 59 333 stehen wir für weitere Fragen und zur Vereinbarung eines persönlichen Beratungsgespräches zur Verfügung.

Lesestoff:

Einen guten Überblick über alle Rechte und Pflichten, die in der UN-Behindertenrechtskonvention berücksichtigt werden, findest Du hier.

Text: Nadine Neugebauer / Julia Butz, Dozentin und Schulleiterin Augsburger Lehmbaugesellschaft