Der Heilerziehungspfleger gehört zu den vielseitigsten und erfüllendsten Berufen im sozialen und gesundheitlichen Bereich. Trotzdem führt er gegenüber dem Erzieher ein Schattendasein. Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger ist schlichtweg weniger bekannt. Dabei bietet sie gegenüber der Ausbildung zum Altenpfleger oder Erzieher viele Vorteile. Wir haben unsere Schülerin Sarah (25) aus dem dritten Lehrjahr zu ihren Eindrücken bezüglich der HEP-Ausbildung befragt.

Wie sind Sie zur Heilerziehungspfleger-Ausbildung gekommen?

Ich habe in der Schulzeit vor dem Abitur mit meinem Psychologie-Kurs regelmäßig ehrenamtlich bei Veranstaltungen für Menschen mit Behinderungen (Sportfeste, Freizeitaktivitäten, Treffs) ausgeholfen. Das hat mir damals bereits sehr viel Spaß gemacht.

Als ich mich dann nach meinem weniger zufriedenstellenden Studium beruflich neu orientiert habe, bin ich auf die Ausbildung gestoßen. In den Praktika im Rahmen der Ausbildung zum Sozialassistenten merkte ich schnell, dass mich die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen am meisten interessiert und erfüllt. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit den individuellen Biografien und Behinderungen.

Welcher Arbeitsbereich hat Ihnen immer besonders gefallen und warum?

Mir persönlich gefällt der Bereich der Alltagsbetreuung, besonders im Wohnkontext (Wohnheim, Außenwohngruppe, etc.) am besten, weil ich dort das Gefühl habe, die meisten Betreuungs- und Fördermöglichkeiten zu haben und meine Ideen am besten umsetzen kann. Außerdem finde ich die familiärere Atmosphäre und die direkte Bindung zu den Klienten am angenehmsten.

Was macht Ihrer Meinung nach die HEP-Ausbildung so besonders (z.B. im Gegensatz zum Erzieher)?

Die Ausbildung und die Arbeit als Heilerziehungspfleger sind meiner Meinung nach viel abwechslungsreicher. Allein die verschiedenen Biografien und Behinderungsformen machen jede neue Arbeitsstelle spannend und jeder Arbeitsbereich sticht durch andere Anforderungen und Tätigkeiten hervor. Als Heilerziehungspfleger ist man teilweise Erzieher, Pfleger, Betreuer, Ergotherapeut, Physiotherapeut und Logopäde in einem.

Was ist Ihr wichtigstes Anliegen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung?

Mein wichtigstes Anliegen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen ist es vorrangig, dass es meinen Klienten/Bewohnern gut geht und ich sie dabei unterstütze, sich ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechend selbst zu entfalten und Schritt für Schritt selbstständiger zu werden.

Zusätzlich dazu ist es mir wichtig, mich für Inklusion und die Rechte von Menschen mit Behinderungen einzusetzen und mich in der Gesellschaft für Aufklärung und Diversität zu engagieren.

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in Leipzig

Die Augsburger Lehmbaugesellschaft bietet die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in Leipzig an. Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Ausbildung zum Sozialassistent. Näheres erfährst Du auf der Homepage der Lehmbaugruppe.